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Hilfe zur Integration

Wer seine Heimat verlassen muss, wer vor Gewalt, Hunger und Elend flieht und in einem fremden Land ankommt, ist auf die Hilfe und Unterstützung und vor allem auf eine freundliche Aufnahme und Begrüßung durch die Einheimischen angewiesen. Und tatsächlich gibt es sie, allen Medienberichten über Protestdemonstrationen gegen geplante Flüchtlingsunterkünfte zum Trotz: die Bereitschaft vieler Bürger, die Neueingetroffenen willkommen zu heißen und sie bei der Bewältigung dessen, was hinter und was möglicherweise in ihrem neuen, unbekannten Alltag vor ihnen liegen mag, zu unterstützen. Diese Bereitschaft soll aufgegriffen und unterstützt werden, weil ehrenamtliches Engagement in vielen Bereichen die staatlichen Leistungen sinnvoll ergänzen und einen Beitrag zur Integration leisten kann. Doch woher weiß man genau, welche Bedürfnisse, Wünsche, Interessen die geflüchteten Menschen jenseits der reinen Existenzsicherung haben? Und welche Fähigkeiten der Einzelne besitzt, der helfen will, und wo die Grenzen seiner Belastbarkeit liegen? Wohin kann er sich überhaupt wenden, um seine Mitarbeit anzubieten? Genau an diesem Punkt setzt „Frankfurt hilft“ an, eine Initiative der Stadt gemeinsam mit neun Stiftungen, darunter auch die EKHN Stiftung, aus Frankfurt und der Region. Deren Ziel ist es, ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge aufzunehmen, zu bündeln und weiterzuvermitteln. „Frankfurt hilft“ soll als Nahtstelle fungieren, an der professionelle Sozialarbeit und ehrenamtliches Engagement zusammenkommen, als Plattform für den Austausch zwischen den einzelnen karitativen Einrichtungen, städtischen Ämtern und den ihre Hilfe offerierenden Bürgern, als Markt der Möglichkeiten, wo und wie man mitwirken kann, um den Flüchtlingen die Integration ins gesellschaftliche Leben zu erleichtern.

Die Konzeption von „Frankfurt hilft“ entstand in Kooperation mit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt, vertreten durch deren Vorstandsvorsitzenden, Dr. Roland Kaehlbrandt. Mit seiner Unterstützung konnten außer der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt acht weitere Stiftungen als Projektpartner gewonnen werden:

• die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung

• die Grunelius-Stiftung

• die Deutsche Bank Stiftung

• die Albert und Barbara von Metzler-Stiftung

• die Gemeinnützige Hertie-Stiftung

• die Linsenhoff-Stiftung

• die BHF-Bank Stiftung und

• die EKHN Stiftung

Das Projekt ist auf zwei Jahre befristet. Im Erfolgsfall ist eine Fortführung darüber hinaus angestrebt. Mit dem Etat, den die Förderer für das erste Projektjahr zur Verfügung stellen, ist er möglich, zwei hauptamtliche Stellen für die Koordination der Initiative zu schaffen.

Kunst der Gnade, Gnade der Kunst
„Kunst und Kirche sind geistesverwandt“, ist Kirchenpräsident Volker Jung überzeugt. „Beide suchen nach Sinn und beide versuchen, Grenzen des Verstehens zu überschreiten.“ Um den Dialog zwischen evangelischer Kirche und Bildender Kunst zu unterstützen, hat die EKHN zum 500. Jahrestag der Reformation das Projekt „kunstinitiative 2017“ ins Leben gerufen. 20 Künstler waren im vergangenen Jahr eingeladen, sich in einem Wettbewerb um den Preis der Initiative zu bewerben. Dessen Thema „Gnade“ sollte sie auch zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Kirchenraum als einem Freiraum zur ästhetischen Gestaltung anregen. Am Ende hat das hochkarätig besetzte Kuratorium, zu dem Kunstschaffende und Kunstlehrende verschiedener Hochschulen zählten, drei junge Künstler ausgezeichnet: Daniela Kneip Valescu, Georg Lutz und Lisa Weber. Alle drei sind derzeit damit beschäftigt, in je einer Darmstädter Kirche ihre Kunstobjekte zu installieren. Während Daniela Kneip Valescu sich dazu entschieden hat, inner- und außerhalb der Michaelskirche mit textilen Materialien zu arbeiten, wird Georg Lutz in der Martinskirche seine großen Gefäße aufstellen. Lisa Weber hingegen arbeitet an einer Videoinstallation für die Stadtkirche, zu der sie durch eine Erzählung von Ingeborg Bachmann inspiriert wurde. Die Vernissage für die Präsentation der drei Preisträger und ihrer Arbeiten findet am 30. April 2017,10 Uhr, im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Martinskirche statt, an dem auch Kirchenpräsident Jung teilnehmen wird. Bis zum Juni wird die Kunstinitiative eine Reihe von Vorträgen, Konzerten, Künstlergesprächen und Gottesdienste als Rahmenprogramm zur Ergänzung der Ausstellung veranstalten. Die drei Kirchen liegen nicht weit auseinander und sind in den folgenden Monaten auch während der Woche täglich für mehrere Stunden geöffnet, damit die Kunstwerke besichtigt werden können.
Tanz den Luther!
Reformation bedeutet Neuordnung, Veränderung. Daher verlässt das Evangelische Dekanat Wiesbaden 2017, zum 500. Jahrestag der Reformation, seine vertrauten und altbewährten Wege, Bahnen und Gebäude und wagt Neues. Zum Beispiel in Form einer intensiven Kooperation mit dem Staatstheater Mainz. Unter dem Namen „Kirche trifft Theater – Theater trifft Kirche“ haben beide Institutionen gemeinsam eine vielfältige Veranstaltungsreihe entwickelt, in deren Zentrum Luther und die von ihm in Gang gesetzte Umwälzung der bestehenden Verhältnisse stehen. Zu den Projekten, die aus dieser Zusammenarbeit erwachsen sind, zählen unter anderem eine Neuinszenierung von Lessings Drama „Nathan der Weise“, die Aufführung der Oper „Mathis der Maler“ von Paul Hindemith, eine Einstudierung des Jugendtheaterstücks „Anders“ von Andreas Steinhöfel sowie die Tanzinszenierung „Shift“ mit dem Ensemble tanzmainz unter Leitung des Choreographen Rui Horta (siehe Foto). Einen weiteren Schwerpunkt in diesem Jahr bildet die Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche und die auf verschiedenen Wegen gewagte Annäherung an die Frage, was beide christlichen Konfessionen trennt und was sie verbinde - insgesamt ein umfangreiches Programm des evangelischen Dekanats der Lutherstadt als Beitrag zum Reformationsjubiläum in diesem Jahr.
Plötzlich sichtbar
Schon wer hier geboren wurde, empfindet sie mitunter als beklemmend: die „Unwirtlichkeit unserer Städte“, ein Begriff, den der Frankfurter Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich geprägt hatte. Wie aber erleben Flüchtlinge die Fassaden und endlosen Straßenfluchten moderner Großstädte? Von diesem Fremdsein unter Fremden erzählt die großformatige Fotoserie „New Citizens - Fotografien Geflüchteter“ des weißrussischen Künstlers Vitus Saloshanka, aufgenommen in einem Wohnwagen-Flüchtlingscamp im Frankfurter Stadtteil Rebstock. Erst die Flucht aus dem Heimatland, dann die Unterbringung im Lager, das einem Transitraum zwischen zwei Leben gleicht, dem, das sie hinter sich lassen mussten, und ihrer möglichen Zukunft als Bürger in Deutschland, in dem sie noch nicht angekommen sind. Ein Aufenthalt, ein Übergang, eine Endstation oder ein Aufbruch? Vom 30. April an wird man diese großformatigen Porträts an vielen Orten in Frankfurt entdecken können, denn es ist geplant, sie an öffentlichen Gebäudefassaden und Kirchen anzubringen: die plötzliche Sichtbarkeit von Menschen, die längst die Stadt bewohnen. Dank dieser Kunstinstallation im öfentlichen Raum tauchen sie aus der Unsichtbarkeit ihrer Unterbringungen auf. Aus dem abstrakten Begriff "Flüchtling" wird ein Mensch, ein Individuum mit seiner ganz persönlichen Würde. So versucht diese Ausstellung auch, eine Neubesinnung anzuregen darüber, auf welchen Werten unser Zusammenleben in einer multikulturellen Stadtgesellschaft beruht oder beruhen sollte. (Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, 30. April, 12 Uhr auf dem Frankfurter Rossmarkt mit einem öffentlichen Konzert des syrischen Pianisten Aeham Ahmad und dem Ensemble "Staccato Burnout".
Stationen auf dem Jakobsweg
Sie selbst ist den Jakobsweg mehrfach gegangen. Eindrücke von diesen Reisen, die immer mehr waren als eine zurückgelegte Strecke, hat die Darmstädter Künstlerin Marlies Franz in ihren Bildern verarbeitet. Die Evangelischen Kirchengemeinde Bleidenstadt wird am kommenden Sonntag in der Kirche St. Peter auf dem Berg eine Ausstellung mit 14 Werken von Marlies Franz eröffnen – analog zu den 14 Stationen auf dem Kreuzweg Jesu. Die Ausstellung steht jedoch nicht für sich allein, sondern ist Teil einer umfassenderen Auseinandersetzung mit den Themen Leid, Flucht, Gewalt und Schmerz, die in jedem Jahr und in diesen Tagen vielleicht sogar besonders gut zur Passionszeit passen. So wird sich am kommenden Sonntag an die Vernissage ein Gottesdienst anschließen, in dem die „Heilende Kraft des Scheiterns“ thematisiert werden soll. Am darauffolgenden Sonntag steht dann ein Konzert zu den Rosenkranzsonaten von Franz Ignatz Biber auf dem Programm.
"Aus Liebe zur Wahrheit ..."
So beginnt Martin Luther seine 95 Thesen, mit deren Anschlag an die Wittenberger Schlosskirche er die Welt verändert hat. 500 Jahre später, 2017, wird das Jubiläum der von ihm in Gang gesetzten Reformation gefeiert. Das Literaturhaus Frankfurt und die EKHN Stiftung wollen dazu beitragen, die Erinnerung an den Mut und den Impetus Luthers und an die Umwälzung, die sein Thesenanschlag ausgelöst hat, wachzuhalten. Deshalb geben beide Institutionen im S.Fischer-Verlag gemeinsam ein Buch heraus, das ebenfalls 95 Thesen versammelt, formuliert von 95 Stellvertretern unserer Gesellschaft, die ganz unterschiedlichen Arbeits- und Lebenswelten angehören und mehrere Generationen repräsentieren. So finden sich in diesem Band Texte von Schriftstellern, Schauspielern, Soziologen, Ökonomen, Philosophen, Naturwissenschaftlern, Schülern und Studenten und natürlich auch von Theologen. Der Titel der Publikation mag provokant klingen: „95 Anschläge – Thesen für die Zukunft“, doch wurde er ganz bewusst gewählt, als Ausdruck „des urprotestantischen Glaubens an die Kraft des Wortes, das erschüttern, aufrütteln und eine überkommene Weltsicht radikal verändern kann“, wie Friederike von Bünau, Geschäftsführerin der EKHN Stiftung und eine der Herausgeber der Anthologie, erläutert. „Wir wollten zum einen die Idee der These in die Zukunft führen und zum anderen mit unserem Buch Thesen zur Zukunft bekannt machen. Vor allem wollen wir aber zeigen, welche Haltungen, welchen Wagemut es gegenwärtig gibt und was wir heute wirklich glauben“, erläutert Hauke Hückstädt, ebenfalls Herausgeber und Leiter des Frankfurter Literaturhauses, die Idee zu diesem Projekt. Herausgekommen ist ein anregendes Debattenbuch zu den Glaubens- und Lebensfragen unserer Zeit, ein spannender Austausch über Werte, Lebensformen, Ängste, Hoffnungen, Konflikte und Formen des Konsenses in unserer Gesellschaft. Wer daran teilhaben möchte, sollte in nächster Zeit unbedingt sein Radio eisnchalten. Denn ab dem 20 Februar wird der Hessische Rundfunk in seinem Programm hr2-Kultur an jedem Werktag eine These aus dem Band von einem ausgebildeten Sprecher vorlesen lassen. Begonnen wird mit dem Beitrag "Nichts weniger als die Welt neu erzählen" von Jagoda Marinic. Das Buch „95 Anschläge – Thesen für die Zukunft“ (ISBN: 978-3-10-397292-4) wird voraussichtlich ab dem 23. Februar im Handel erhältlich sein und kostet 20 Euro. Zusätzlich zur Publikation sind mehrere Veranstaltungen mit Lesungen, Diskussionen und Gesprächen geplant.
Paten und Partner
Das Patenschaftsmodell Offenbach (POM) wurde 2004 von der Evangelischen Kirche und dem Jugendamt in Offenbach gemeinsam gegründet und konnte seitdem vielen Jugendlichen bei der Berufs- und Selbstfindung helfen. Die Idee ist, Menschen aus zwei Welten zusammen zu bringen: Engagierte und erfolgreiche Bürger der Stadt schenken Jugendlichen aus sozial benachteiligten Milieus Zeit und Aufmerksamkeit und lassen sie an der Fülle ihrer Erfahrungen teilhaben. Als so genannte Paten betreuen die Erwachsenen Schüler und Schülerinnen während der 8. und 9. Hauptschulklasse und helfen ihnen dabei, den richtigen Beruf und Ausbildungsplatz zu finden und generell den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt zu meistern. Dabei geht es vor allem darum, den Heranwachsenden bei der Orientierung im Berufsleben zu helfen, ihr Selbstvertrauen zu stärken und sie ganz praktisch bei Bewerbungen zu unterstützen. Jedes Jahr begleiten zirka 40 bis 50 Paten und sechs bis acht Lernpaten für die Nachhilfe rund 45 Jugendliche von allen fünf Offenbacher Schulen mit Hauptschulzweig. Die bisherigen Bilanz von POM kann sich sehen lassen: Zirka 70 Prozent der betreuten Schulabsolventen finden einen Ausbildungsplatz. Für dieses vorbildliche Engagement wurde das Patenschaftsmodell bereits mehrfach mit Preisen, darunter mit dem Integrationspreis der Stadt Offenbach 2011, ausgezeichnet. Auch Dr. Volker Jung, Kirchenpräsident der EKHN und Vorsitzender des Kuratoriums dieser Stiftung, unterstützt diese Initiative mit voller Überzeugung und war schon mehrfach zu Gast in den Räumen des POM. Denn als Mitglied des Migrationsbeirates der Bundesregierung und als Vorsitzender der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche liegt ihm dieses Projekt besonders am Herzen. Auch große Unternehmen wie die Deutsche Bank unterstützen diese Initiative. (Foto: POM)
Bruder Martinus, der erste Wutbürger?
Am Vorabend des Erscheinens der Anthologie „95 Anschläge – Thesen für die Zukunft“ am 23. Februar lud das Literaturhaus Frankfurt zu einer Premierenfeier ein. Es lasen und diskutierten an diesem Abend (von links) die Schriftstellerin Thea Dorn, der Kulturbeauftrage der Evangelischen Kirche, Johann Hinrich Claussen, sowie die Autorin, Schauspielprofessorin und ehemalige Spitzensportlerin Ines Geipel und der Physiker und ZDF-Fernsehmoderator Harald Lesch. Moderiert wurde dieses Gespräch elegant und geistreich von Alf Mentzer, Leiter der Literatursektion von hr2-kultur (ganz links), für dessen Porgramm diese Veranstaltung auch aufgezeichnet wurde.
Spirituelle Spurensuche
Neue Einblicke in die Kunst, die Religion und vielleicht auch neue Einsichten in das eigene Selbst: Das könnte das Ergebnis am Ende eines langen Tages im Museum sein. Erneut, wie schon seit einigen Jahren, lädt das Evangelische Stadtjugendpfarramt Wiesbaden an zwei Tagen insgesamt 100 Konfirmanden zu einem Ausflug in das Wiesbadener Landesmuseum ein. In verschiedenen Kleingruppen können die Jugendlichen selbständig zwei Stunden lang die Säle und Galerien durchstreifen, um Eindrücke und Ideen zu Themen wie Natur und Schöpfung, Gott und Mensch, Tiere und Tierschutz zu sammeln. Anschließend sollen sie in der museumseigenen Werkstatt ein eigenes Kunstwerk gestalten, das ihren persönlichen „Blick auf Gott“ zum Ausdruck bringt. Wie einzelne Facetten oder Puzzleteile sollen die verschiedenen Kunstwerke am Ende zu einem Ganzen zusammengefügt werden. So kann jede Konfirmandengruppe das Gemeinschaftswerk mit in die Heimatgemeinde nehmen und dort ausstellen. Ziel des „Mit Gott im Museum“ verbrachten Tages ist es, dass die Jugendlichen das Museum als „Ort der religiösen Sinnsuche kennenlernen und ihren eigenen spirituellen Zugang entdecken“, erläutert Stadtjugendpfarrerin Astrid Stephan das Konzept des Konfirmandentages. (Anmeldung und weitere Informationen unter 0611/1 60 98 oder info@stajupfa.de; die Termine entnehmen Sie bitte unserem Banner)
Live in Lebensgefahr
„Wir sind der Überzeugung, dass wir uns die alten Geschichten immer wieder neu erzählen müssen. Nur so können wir uns den unlösbaren Fragen nähern.“ So begründet die Autorin und Regisseurin Lisa Charlotte Friederich die Auswahl des Stoffes für ihren Film: Kain und Abel, die mehrere tausend Jahre alte Geschichte eines tödlichen Brüderzwistes, eine psychologische Fallstudie über die negativen Gefühle von Neid, Minderwertigkeit und Zurückweisung. In „LIVE“, so der Titel des Filmprojekts von Friederich, hat sie den biblischen Mythos über die zweite Generation nach der Schöpfung in eine beängstigende Dystopie versetzt, in eine künftige Zeit, in der die Bedrohung durch Terror so allgegenwärtig geworden ist, dass es keine öffentlichen Aufführungen mehr gibt, weil jede Ansammlung von Menschen sofort zu einem Anschlagsziel werden könnte. Dennoch will der Trompetenkünstler Aurel das Unmögliche wagen und ein Konzert geben, zusammen mit seiner Schwester Claire. Claire leistet entschlossenen Widerstand gegen den Terror. Bis sie auf eine unüberwindliche Gegnerin trifft: sich selbst. „Menschen, die einen Terroranschlag verüben, erscheinen uns wie eine Reihe verzweifelter Verwandter von Kain, egal, welcher Ideologie sie sich öffentlich verschrieben haben“, ist Lisa Charlotte Friederich überzeugt. Warum Menschen bereit sind, sich selbst dafür zu opfern, andere Menschen in den Tod zu reißen, werden wir vielleicht niemals verstehen. Aber vielleicht eröffnet uns der Blick auf Kain und Abel eine neue Perspektive auf den Terror, wenn wir ihn (auch) als das Furchtbare ansehen, wozu ein Mensch imstande ist, wenn ihm Liebe und Anerkennung verwehrt bleiben. „LIVE“ wird von der EKHN Stiftung gefördert und gehört außerdem zu den 27 künstlerischen Projekten, die an dem Crowdfunding-Wettbewerb der Aventis Foundatio und des Kulturfonds Frankfurt und Rhein-Main teilnehmen. Die Idee dabei ist, dass die Künstler versuchen müssen, möglichst viele Unterstützer für ihr Vorhaben zu gewinnen und es auf diesem Wege schaffen, insgesamt 400.000 Euro zu sammeln. Die Aventis Foundation und der Kulturfonds geben dann nochmal zusammen 250.000 Euro dazu, und zwar wird das Geld nach der Rangfolge der Projekte beim Crowdfunding verteilt. Das heißt: Wer die meisten Unterstützer gefunden, aber sein Budget dennoch nicht erreichen konnte, bekommt einen Zuschuss. Je mehr sich am Crowdfunding beteiligen, desto mehr Künstler erhalten auch Unterstützung von den beiden Sponsoren. Die A(u)ktion läuft noch bis zum 16. Februar.
Klangbrücken
Auch die Initiative „Bridges – Musik verbindet“ gehört zu den 27 künstlerischen Projekten, die derzeit an dem Crowdfunding-Wettbewerb der Aventis Foundation und des Kulturfonds Frankfurt und Rhein-Main teilnehmen. In den kommenden Wochen sollen die Künstler möglichst viele Unterstützer zu gewinnen versuchen. Wer sich dabei am erfolgreichsten erweist, rangiert bei dem Wettbewerb ganz oben und hat daher beste Chancen, zusätzlich zum Crowdfunding auch noch eine finanzielle Förderung durch die Foundation und den Fonds zu erhalten. „Bridges – Musik verbindet“ wird auch von der EKHN Stiftung unterstützt. Gegründet im Herbst 2015 hat sich die Initiative zum Ziel gesetzt, „geflüchteten Musikern Gesicht und Stimme zu verleihen und sie mit Musikern aus Deutschland zusammenzubringen. Ursprünglich war nur ein gemeinsames Konzert geplant, doch hat sich die Zusammenarbeit der internationalen Musiker als so fruchtbar erwiesen, dass mittlerweile eine mehr oder weniger stabile Formation mit 70 Mitgliedern daraus erwachsen ist, die rund 50 Konzerte im Jahr gibt und zum Teil als großes Orchester, zum Teil in einzelnen Ensembles auftritt. Insgesamt gibt es innerhalb des Gesamtklangkörpers acht solcher festen kleineren Gruppierungen. Alle 14 Tage trifft man sich zum Proben und Jammen, und eine Erfahrung eint dabei alle Mitwirkenden: die Entdeckung, dass gerade die kulturellen Unterschiede im Zusammenspiel ein ungeheures kreatives Potenzial freisetzen können. (Unsere Abbildung zeigt das Ensemble-Mitglied Mustafa Kakour mit seiner Oud)
Goethes Gesichter
Sie wollen zeigen, dass ihre Uni ein Ort der Vielfalt, des Dialogs und der Toleranz ist. Deshalb haben sich rund 40 Studierende aus der evangelischen, katholischen und islamischen Studierendengemeinde an der Frankfurter Goethe-Universität zusammengetan und die Idee des „Café Abraham“ entwickelt, wohin sie regelmäßig zum „Interreligiösen Chillen“ einladen. Zweimal bereits hat das Café auf dem Unicampus Westend seine Zelte aufgeschlagen, was durchaus wörtlich zu nehmen ist. So wie sich der Stammvater aller drei monotheistischen Religionen einst auf den Weg ins gelobte Land Kanaan machte, so ist auch das nach ihm benannte Café kein fester Ort, sondern ein Provisorium aus Zeltplanen, Kissen und Liegestühlen, das überall auftauchen und auch wieder verschwinden kann. Dieses Provisorium erinnert gleichzeitig an das Schicksal der vielen Flüchtlinge weltweit. Auch sie befinden sich auf einer Reise mit ungewissem Ziel und Ausgang und haben alles, was einst ihr Zuhause ausmachte, hinter sich zurücklassen müssen. Als Antwort auf Hass, Gewalt und Intoleranz wollen die Initiatoren des Café Abraham nun ein weiteres Zeichen der Vielfalt und des friedlichen Miteinanders setzen. Inspiriert durch den US-amerikanischen Fotokünstler Brandon Stanton und dessen Porträtreihe „Humans of New York“ haben sie in den vergangenen Monaten Studierende und Mitarbeiter der Goethe-Universität fotografiert, die in der Wanderausstellung „Humans of Goethe“ präsentiert werden sollen – als die Gesichter von Persönlichkeiten, die die Hochschule zu einem vielseitigen Ort des Lernens, Lebens und Arbeitens machen. Wer mitmachen wollte, konnte sich über eine Facebook-Adresse bei den jungen Fotografen melden. Auf diesem Wege sollen Studierende dazu herausgefordert werden, sich in der Begegnung mit Anderen über ihr eigenes Selbstverständnis und Selbstbild klar zu werden und sich mit fremden Lebensentwürfen auseinanderzusetzen. Die Vernissage der Ausstellung „Humans of Goethe“ im Foyer des IG Farben Hauses, Norbert-Wollheim-Platz, 60323 Frankfurt, wird voraussichtlich am 2. Februar 2017 stattfinden.
Samstags im Museum
Einen Tag lang das Museum und seinen vielen Schätze auf eigene Faust erkunden – diese Gelegenheit erhalten in jedem Jahr zirka 80 Konfirmanden aus dem ganzen Kirchengebiet. Auch in diesem Jahr lädt das Städelmuseum an zwei Samstagen im Februar und März zu einem so genannten Konfirmandentag ein. Eine thematische Vorgabe existiert dabei nicht; vielmehr soll den Jugendlichen mit dieser Veranstaltung die Möglichkeit eröffnet werden, sich einer visuellen Auseinandersetzung mit biblischen und ethischen Themen und Fragestellungen zu stellen. Außerdem vermittelt ihnen die Kunstgeschichte einen Eindruck davon, wie sich Gottesbilder und religiöse Rituale im Laufe der Jahrhunderte gewandelt haben. Wer möchte, darf im Anschluss auch selbst kreativ werden und ein eigenes Werk gestalten. Der Konfirmandentag im Städel hat mittlerweile unter dem christlichen Nachwuchs in Frankfurt „Kultstatus“ erreicht und ist auch in diesem Jahr schon wieder komplett ausgebucht. (Foto: Städel)
Buntgewürfelt
Ein Kunstwerk, zwei Sichtweisen. Jeweils ein Kunsthistoriker und ein Theologe deuten ein ausgewähltes Werk der Kunstgeschichte. Daraus können sich durchaus Kontroversen entwickeln, die für ihre Zuhörer besonders spannend sind.Die Reihe "Kunst & Religion" wird von der EKHN Stiftung bereits im vierten Jahr veranstaltet und erfreut sich großer Beliebtheit. Immer am ersten Donnerstag des Monats trifft man sich im Städel, am darauffolgenden Donnerstag dann im Liebieghaus. Die Zeit bleibt gleich: 19.30 Uhr. Als Referenten für dieses lebhafte Zwiegespräch konnten Pfarrer David Schnell von der Evangelischen Stadtkirchenarbeit am Museumsufer und Dr. Stefan Scholz von der Katholischen Akademie Rabanus Maurus gewonnen werden sowie mehrere Kunsthistoriker aus beiden Museen. Wer am Eingang ein Ticket kauft, hat damit diese spannenden Bildergeschichten gleich mitgebucht. Eine Anmeldung ist in der Regel nicht erforderlich. Unsere Abbildung zeigt "Distorted Cubes" (2001) von Sol LeWitt aus der aktuellen Ausstellung "In die 3. Dimension, Raumkonzepte auf Papier vpm Bauhaus bis zur Gegenwart" im Städel.
Kämpferin für Kinderrechte
Sie ist die jüngste Trägerin des Friedensnobelpreises, die es je gegeben hat: 2014 wurde Malala Yousafzi mit diesem berühmten und wichtigen Preis ausgezeichnet, in Anerkennung ihres unermüdlichen Einsatzes für das Recht von Kindern auf Bildung. Damals war sie 17 Jahre alt. Schon mit elf Jahren hatte sie begonnen, in einem Tagebuch-Blog, den die BBC auf ihrer Website veröffentlichte, die Verbrechen der Taliban in ihrer Heimat, dem pakistanischen Swat-Tal, zu schildern. Die Taliban zerstörten dort Schulen, in denen Mädchen unterrichtet wurden, verboten allen Frauen, zu singen und zu tanzen, und zwangen sie dazu, nur noch tiefverschleiert in die Öffentlichkeit zu gehen. Vor allem der Ausschluss der weiblichen Bevölkerung von jedem Zugang zur Bildung empörte Malala, selbst Tochter des Leiters einer Privatschule. Wegen ihrer öffentlichen Kritik wurde sie 2012 auf offener Straße von einem Taliban-Kämpfer niedergeschossen und hätte diesen Anschlag beinahe nicht überlebt. Doch sie gab nicht auf und kämpft bis heute für die Rechte von Mädchen weltweit, denen man nicht erlaubt, lesen und schreiben zu lernen und damit zu autonomen Subjekten zu werden. Aber Malala ist nicht nur eine kämpferische Aktivistin, sie ist auch ein Teenager. Genau das ist der Zugang, den die Autorin und Regisseurin Sarah Kortmann für ihr Jugendtheaterstück „My Malala“ gewählt hat. Vor allem möchte sie ihr jugendliches Publikum dazu motivieren, sich selbst zu fragen, wofür oder wogegen sie in Deutschland ihre Stimme erheben könnten. Zwar existiert hierzulande eine allgemeine Schulpflicht, aber sind die Bildungschancen wirklich für alle gleich? Oder läuft hier alles so gut, dass wir keine mutigen Menschen, die die Wahrheit aussprechen, mehr brauchen. Vielleicht ist Malala ja auch nur eine von diesen Gutmenschen, die uns ständig ein schlechtes Gewissen machen... Die Premiere von „My Malala“ findet am Freitag, 25. November 2016, 19.30 Uhr in der jugend-kultur-kirche sankt peter statt.
Vom Mut, ein Anderer zu sein
Er gilt als eine herausragende Persönlichkeit der Evangelischen Kirche in Deutschland. Dabei ist Martin Niemöller (1892-1984) einen Weg gegangen, der in kein Schema passt: U-Boot-Kommandant im Ersten Weltkrieg, später aktiv im Freikorps, NSDAP-Wähler, bis er sich dann, nach einer überraschenden Kehrtwende, dem kirchlichen Widerstand anschloss und schließlich als politischer Gefangener in den KZ Sachsenhausen und Dachau landete. Aber auch nach 1945 blieb Niemöller unbequem, indem er sich gegen die Wiederaufrüstung wandte, mitten im Kalten Krieg die Weltfriedensbewegung mittrug, den Lenin-Preis in Moskau annahm. Der Film „Martin Niemöller, evangelischer Christ. Oder: Vom Mut, ein anderer zu werden“ von Klaus-Peter Kolbe (Recherche, Kamera) und Peter Marchal (Regie, Kamera, Montage) möchte Martin Niemöller in einem zum Nachdenken anstiftenden Porträt würdigen. In Archivmaterial (Fotos, Zitate, Ton- und Filmdokumente), Zeitzeugeninterviews und Gesprächen soll die Gestalt Martin Niemöllers wieder für die Zuschauer lebendig werden. Dafür sind die Autoren quer durch Deutschland gereist, haben Informationen und Erinnerungen gesammelt, um auf diese Weise Leben und Wirken des Theologen möglichst authentisch nachzuzeichnen. Doch ging es den beiden auch um mehr: Mit ihrem Filmprojekt möchten sie vor allen Dingen junge Menschen ansprechen und sie dazu auffordern, selbst zu fragen: „Was bedeutet kirchliches Wirken in einer von Armut, Ungerechtigkeit und Kriegen geprägten Welt? Was heißt es, furchtlos den eigenen Standpunkt auch gegen den Mainstream zu vertreten?“
Gottes Segen ergießt sich in die Gemeinde
Wuchtig wirkt dieser 4,5 Tonnen schwere Altar, und doch mutet ihm auch etwas Leichtes, Improvisiertes, Schwebendes an. Fast meint man, der rund dreieinhalb Meter lange Tisch könne von seinem Sockel rutschen, zwei Blöcken, die leicht versetzt aufeinander geschichtet wurden. Doch dieses leise Spiel mit der Balance ist eine Illusion: Der Altar ist eine Skulptur, herausgeschlagen mit Hammer und Meißel aus dem massiven Muschelkalkstein, der früher schon als Altar in der Gießener Johanneskirche diente. Knapp ein Jahr haben die Renovierungsarbeiten an dem 1893 erbauten sakralen Gebäude gedauert. Mit dem Osterlicht war die Gemeinde im März 2015 aus der Kirche ausgezogen; jetzt ist sie zurückgekehrt in ihr Gotteshaus, welches plötzlich viel heller, offener und zugänglicher erscheint. Das ist vor allem dem neuen Zugang zum Altarraum zu verdanken: Nur noch ein paar strahlenförmig angelegte Stufen trennen ihn vom Kirchenschiff, man fühlt sich an ein Ufer oder Meeressaum und an sanft auslaufende Wellen erinnert. Und das ist auch beabsichtigt: „Vom Altar aus soll das Sakrale in die Gemeinde fließen“, erläutert dessen Schöpfer Georg Hüter sein Konzept. So hat er auch das Taufbecken in den Altartisch integriert: Abendmahl und Taufe, die beiden Handlungen, die die Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinschaft begründen und verfestigen, finden im Zentrum der Kirche statt und teilen sich ungehindert allen Anwesenden mit, so wie strömende Energie oder auslaufende Wellen. Das Markanteste an dieser neuen Gestaltung ist jedoch mit Sicherheit das neue Kreuz aus Bronze, das in der Höhe sechs und in seiner Querachse vier Meter misst und so schmal und filigran wirkt, dass keine Assoziation an Leid und Sterben beim Betrachter aufkommen will. Tod, wo ist Dein Stachel?“, diese Zeile fällt einem unwillkürlich ein, doch feiert dieses Kreuz weder Opfer noch Triumph des Auferstandenen. Vielmehr verweist es in seiner strengen Vertikale auf die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Georg Hüter ist es somit gelungen, in strenger Reduktion der von ihm eingesetzten Elemente eine zeitlose „religiöse Skulptur“, wie er es nennt, zu schaffen, die in ihrer archaischen Wucht ganz von dieser Welt und gleichzeitig ebenso leicht und transzendent erscheint.
Konzerte am Campus
Bereits 1997 hat die Evangelische Studierendengemeinschaft an der Goethe-Universität in Frankfurt die Reihe der Sommerkonzerte ins Leben gerufen. Anlass war die häufige Klage von Studenten der Musikhochschule, dass sie in Frankfurt keine Podien fänden, um ihr Können vor Publikum zu erproben und mehr Konzertpraxis zu gewinnen. So wurde ein Konzertflügel angeschafft, und seitdem haben sich die Konzerte auf dem Campus Bockenheim als unerhört hörenswert einen Namen gemacht und sind aus dem vielfältigen kulturellen Angebot Frankfurts nicht mehr wegzudenken. Höchste Qualität in der Zusammenstellung des Programms und in der künstlerischen Darbietung, und das bei freiem Eintritt! Auch 2016 wird es wieder eine Reihe von besonderen Konzerten geben. Theologie und Musik haben schließlich etwas gemeinsam: Beide gehen durchs Ohr und suchen das Herz ... (Die Termine entnehmen Sie bitte der Leiste ganz rechts auf unserer Homepage) Unser Foto zeigt das Duo Christoph Wagner und Marike Sudo.
Hilfe zur Integration
Wer seine Heimat verlassen muss, wer vor Gewalt, Hunger und Elend flieht und in einem fremden Land ankommt, ist auf die Hilfe und Unterstützung und vor allem auf eine freundliche Aufnahme und Begrüßung durch die Einheimischen angewiesen. Und tatsächlich gibt es sie, allen Medienberichten über Protestdemonstrationen gegen geplante Flüchtlingsunterkünfte zum Trotz: die Bereitschaft vieler Bürger, die Neueingetroffenen willkommen zu heißen und sie bei der Bewältigung dessen, was hinter und was möglicherweise in ihrem neuen, unbekannten Alltag vor ihnen liegen mag, zu unterstützen. Diese Bereitschaft soll aufgegriffen und unterstützt werden, weil ehrenamtliches Engagement in vielen Bereichen die staatlichen Leistungen sinnvoll ergänzen und einen Beitrag zur Integration leisten kann. Doch woher weiß man genau, welche Bedürfnisse, Wünsche, Interessen die geflüchteten Menschen jenseits der reinen Existenzsicherung haben? Und welche Fähigkeiten der Einzelne besitzt, der helfen will, und wo die Grenzen seiner Belastbarkeit liegen? Wohin kann er sich überhaupt wenden, um seine Mitarbeit anzubieten? Genau an diesem Punkt setzt „Frankfurt hilft“ an, eine Initiative der Stadt gemeinsam mit neun Stiftungen, darunter auch die EKHN Stiftung, aus Frankfurt und der Region. Deren Ziel ist es, ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge aufzunehmen, zu bündeln und weiterzuvermitteln. „Frankfurt hilft“ soll als Nahtstelle fungieren, an der professionelle Sozialarbeit und ehrenamtliches Engagement zusammenkommen, als Plattform für den Austausch zwischen den einzelnen karitativen Einrichtungen, städtischen Ämtern und den ihre Hilfe offerierenden Bürgern, als Markt der Möglichkeiten, wo und wie man mitwirken kann, um den Flüchtlingen die Integration ins gesellschaftliche Leben zu erleichtern.
Klassiker des Kirchenjahres für Kinder
Sie sind zum Teil mehrere Jahrhunderte alt und haben dennoch in all dieser Zeit nichts von ihrem Zauber und ihrer berührenden Kraft und Glaubenstiefe verloren: die Lieder des Evangelischen Gesangbuchs. Die EKHN Stiftung veröffentlicht jetzt im Dezember eine CD mit den 14 schönsten Liedern aus diesem reichen Fundus, von Kindern für Kinder gesungen und musikalisch zeitgemäß arrangiert. Zu der Auswahl gehören Klassiker des Kirchenjahres wie „Macht hoch die Tür“, „Lobe den Herrn“, „Befiehl du deine Wege“ und „O Haupt voll Blut und Wunden“. Diese Aufnahme eignet sich ideal für Kinder zum Mitsingen, zum Anhören beim Einschlafen, zum gemeinsamen Musizieren in Kindergarten und Grundschule. Zusätzlich zur CD wird eine Website eingerichtet, die nicht nur die Noten und eine Hörprobe zu allen 14 Liedern bietet, sondern auch Wissenswertes zu deren Geschichte und Entstehung. Die CD ist im Handel und über die Webseite erhältlich. Alle weiteren Informationen finden Sie unter
Demut und Drama
Bachs Kantaten stammen aus dem Gottesdienst und gehören in den Gottesdienst. Doch wenn sie auch einzig und allein zu Gottes größerem Ruhm komponiert wurden, zeugen sie immer auch von der Genialität ihres Schöpfers, der, wie alle großen Rhetoriker, dramatische und höchst suggestive künstlerischen Mittel verwandte, um die Botschaft, das Evangelium, zu vermitteln. Alle 199 von Johann Sebastian Bach komponierten Kantaten in einem Zyklus in insgesamt 20 Jahren aufzuführen ist das ehrgeizige Ziel, das sich die beiden Initiatoren dieses Projektes, die Kantoren Michael Graf Münster (Frankfurt) und Martin Lutz (Wiesbaden-Schierstein), gesteckt haben. Und so erklingt in jedem Monat eine andere Kantate: samstags in der Katharinenkirche, sonntags in der Christophorus- oder der Marktkirche in Wiesbaden. 2014 war Halbzeit: Daher wurde die Aufführung der 100. Kantate mit einem besonderen Programm gefeiert.
Geschichten aus dem Odenwald
Kirchen geben einem Ort ihr Gesicht, sind steinerne Zeugnisse des Glaubens und der Geschichte, Mittelpunkte gemeinschaftlichen Lebens und manchmal auch Orte der Zuflucht und des Trostes. In jedem Fall haben sie eine Menge zu erzählen. Der Bildband „Aufgetan – Ein Streifzug durch die Kirchen des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald“ will Kirchengeschichte(n) lebendig werden lassen und damit auch bei Menschen Neugier wecken, die mit Religion ansonsten wenig anfangen können und auch nur selten eine Kirche aufsuchen. Jede der 40 Kirchengemeinden des Dekanats trägt zu dieser Anthologie bei, was ihr am meisten am Herzen liegt, was besonders typisch, interessant, außergewöhnlich oder besonders augenscheinlich ist. Und da gibt es einiges zu erwähnen: So wurde zum Beispiel Erasmus Alberus, ein Schüler Martin Luthers, damit beauftragt, die Reformation nach Babenhausen zu tragen. Doch machte sich Erasmus Alberus vor allem als Lieddichter einen Namen – sein bekanntestes Werk ist wohl das Adventslied „ Ihr lieben Christen freut euch nun“, das er um 1546, wahrscheinlich sogar in Babenhausen, geschrieben hat. In Klein-Umstadt warfen sich die Pfarrer im 17. Jahrhundert gegenseitig von der Kanzel. In Beerfurth verhalf 1998 der Hessentag in Erbach der Gemeinde zu einem „richtigen“ Kirchturm. Solche spannenden Geschichten und noch viele andere mehr sind in dem Band versammelt, der voraussichtlich im Oktober 2016 erscheinen wird. Unsere Abbildung zeigt die Chorausmalung mit Fresken in Kleestadt. Diese Darstellungen waren dazu bestimmt, den des Lesens unkundigen Laien das Leben der Heiligen und Märtyrer zur Nachahmung auf dem Glaubensweg vorzuführen. Das Fresko zeigt die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten. (Foto: Werner Mark)
"Für eine offene Gesellschaft!"
Mehrere hundert Zuhörer hatten sich am vergangenen Samstag im Hörsaalzentrum auf dem Unicampus Westend der Frankfurter Goethe-Uni eingefunden, um an dem Symposium "Allmacht der Algorithmen? Die digitale Revolution und wie wir sie gestalten" der EKHN Stiftung teilzunehmen. In jedem zweitenJahr lädt die Stiftung zu dieser Form einer öffentlichen Debatte über aktuelle Fragen und Themen unserer Zeit ein. Nach dem Klimawandel, der Hirnforschung und der Stammzelltechnologie stand 2017 die fortschreitende Digitlaisierung aller unserer Lebensbereiche zur Disposition. Und wieder war es der EKHN Stiftung gelungen, Experten ganz unterschiedlicher Fachbereiche und Berufsbilder als Redner zu gewinnen. In ihren Vorträgen thematisierten diese daher auch ganz verschiedene Aspekte der Digitalisierung, die von der Programmierung von Algorithmen über rechtliche Fragen des Datenschutzes bis zur Verwendung religiöser Metaphern in zeitgenössischen Computerspielen reichten.