12. November 2019

Der Hugenotten-Waldenserpfad gehört zu den insgesamt 33 Kulturrouten in Europa. Er verbindet die Länder Italien, Schweiz, Frankreich und Deutschland miteinander und soll an frühe protestantische Reformbewegungen erinnern. Die Hugenotten, die französischen Protestanten, waren in ihrer Glaubensausrichtung stark von der Lehre Johannes Calvins beeinflusst. Im 15. und 16. Jahrhundert mussten sie große Beschneidungen ihrer Glaubensfreiheit erleben und wurden massiv verfolgt. Besonders unter Ludwig XIV. waren sie in ihrer Existenz bedroht, weshalb eine Viertelmillion Hugenotten in die umliegenden protestantischen Länder flüchteten. Mehrere tausend Hugenotten wurden in der so genannten "Bartholomäus-Nacht" am 24. August 1752 in Paris ermordet.

Die Waldenser gibt es bereits seit dem Mittelalter. Auch sie gelten als Minderheit, die sich vom Dogma Roms entfremdete und dazu aufrief, sich im Glauben wieder ganz an der Bergpredigt zu orientieren. Diese Botschaft breitete sich im Europa des 13. Jahrhunderts schnell aus, was die Inquisition auf den Plan rief, durch die die Waldenser-Bewegung nahezu vollständig ausgelöscht wurde. Heute gelten die Waldenser als protestantisch-reformierte Kirche mit starker Verbreitung in Italien.