Jazz als Befreiung

24. Oktober 2018

Er wurde keine 40 Jahre alt. Der südafrikanische Jazzmusiker Johnny Dyani starb am 24. Oktober 1986 im Alter von 39 Jahren. Kurz vor seinem Tod hatte Dyani ein neues Programm entwickelt, mit dem er damals durch Deutschland tourte: das Zusammenspiel von Flüchtlingen und Mitläufern des Apartheid-Regimes in einer Band. Die Auftritte der Formation wurden begleitet von Ausstellungen, Vorträgen und Diskussionen. So entstand der Name „Jazz gegen Apartheid“, der seitdem als Titel für eine Konzertreihe der Frankfurter Initiative „Kultur im Ghetto“ dient. In diesem Jahr soll mit „Jazz gegen Apartheid“ an den 100. Geburtstag von Nelson Mandela erinnert werden.

Im Mittelpunkt steht natürlich die Musik Dyanis. Er hatte sich als Kind aus einer Ölkanne seine erste Gitarre gebaut und aus einer Teekiste einen Bass mit nur einer Saite. In seinen Kompositionen verband er die Musik der Xhosa, eines afrikanischen Volkes, dem er selbst angehörte, wie selbstverständlich mit den Elementen und der Stilistik des Free Jazz. Und so wie Johnny Dyani als Musiker zum Chronisten der Geschichte seiner Heimat Südafrika und des Kampfes der schwarzen Bevölkerung gegen die Rassentrennung und für die eigene Autonomie wurde, so hat der Fotograf Jürgen Schadeberg diesen schmerzhaften und oft von Gewalt begleiteten Befreiungsprozess mit seinen Bildern dokumentiert. Eine Auswahl aus seinem fotografischen Werk wird bei den Konzerten in einer Beamer-Präsentation gezeigt werden sowie einige seiner bedeutenden Schwarzweiß-Porträts im Original.   

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