Flucht und Vertreibung in der Bibel

25. September 2020

Immer schon haben sich Menschen Geschichten erzählt, Geschichten, die auf wahren Begebenheiten beruhten, und Geschichten, die frei erfunden waren. Alle diese Stoffe und Erzählungen wurden zunächst mündlich tradiert, bis sich irgendwann jemand daran machte, sie aufzuzeichnen und damit zu bewahren.

Auch die Bibel dürfte so entstanden sein. Die Stadtkirchenarbeit der Mainzer St. Johannis-Gemeinde möchte an die Tradition des Erzählens anknüpfen und hat daher das Projekt „Bibel & Literatur“ auf den Weg gebracht. Ursprünglich als Veranstaltungs-Reihe im Alten Dom St. Johannis geplant, werden die einzelnen Lesungen und Vorträge jetzt als Videos aufgezeichnet, die sich jeder unter www.bibelundliteratur-mainz.de anschauen kann. Der erste Abend widmete sich der biblischen Figur des Hiob und stellte die entsprechenden Passagen aus dem Alten Testament Textpartien aus dem gleichnamigen Roman von Joseph Roth gegenüber.

Im Mittelpunkt der nächsten Lesung am 26. Juli 2020, 16 Uhr, steht neben dem  Motiv der Flucht und Vertreibung auch die Sehnsucht nach der Heimat im Mittelpunkt. Als Titel wurde daher der Anfang des 137. Psalms: "An den Wassern zu Babylon" gewählt, weil dieser Psalm von der Sehnsucht des Volkes Israel im babylonischen Exil nach Jerusalem erzählt. Die heilige Stadt der Juden war im Jahr 586 v. Chr. von den Babyloniern unter Nebukadnezar II. erobert und weitgehend zerstört worden. Mit den Strömen von Babel sind der Euphrat und seine  Nebenflüsse gemeint.

Rezitiert werden die Texte von dem in Wiesbaden lebenden Schauspieler und Regisseur Arno Hermer.