Flucht und Vertreibung in der Bibel

07. Juli 2020

Immer schon haben sich Menschen Geschichten erzählt, Geschichten, die auf wahren Begebenheiten beruhten, und Geschichten, die frei erfunden waren. Alle diese Stoffe und Erzählungen wurden zunächst mündlich tradiert, bis sich irgendwann jemand daran machte, sie aufzuzeichnen und damit zu bewahren.

Auch die Bibel dürfte so entstanden sein. Die Stadtkirchenarbeit der Mainzer St. Johannis-Gemeinde möchte an die Tradition des Erzählens anknüpfen und hat daher das Projekt „Bibel & Literatur“ auf den Weg gebracht. Ursprünglich als Veranstaltungs-Reihe im Alten Dom St. Johannis geplant, werden die einzelnen Lesungen und Vorträge jetzt als Videos aufgezeichnet, die sich jeder unter www.bibelundliteratur-mainz.de anschauen kann. Der erste Abend widmete sich der biblischen Figur des Hiob und stellte die entsprechenden Passagen aus dem Alten Testament Textpartien aus dem gleichnamigen Roman von Joseph Roth gegenüber.

Im Mittelpunkt der nächsten Lesung am 3. Juli, 19 Uhr, steht das Motiv der Flucht, ein wesentliches erzählerisches Element in der Bibel, wenn man nur an den Exodus des Volkes Israel aus Ägypten denkt oder an die Flucht der Heiligen Familie vor den Schergen des Herodes.

Dr. Johann Hinrich Claussen, der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche Deutschland, wird die Fluchtgeschichten in der Bibel vorstellen und interpretieren.