300 Jahre Hilfe zur Selbsthilfe

27. September 2021

Die Landgräfliche Stiftung von 1721 gehört zu den ältesten Einrichtungen der Jugendhilfe in Deutschland. Gegründet hat sie Landgraf Friedrich III. Jacob; vermutlich nach dem Vorbild der 1698 von August Hermann Francke (1663–1727) in Halle gegründeten Waisen-Anstalt, die auch auf viele andere Waisenhausgründungen starken Einfluss hatte.

Das pädagogische Angebot der Stiftung richtet sich heute vor allem an Kinder und Jugendliche, deren Entwicklung unter erschwerten Bedingungen verlaufen ist. In der traditionsreichen Einrichtung können sie an einem geordneten und strukturierten Alltag teilhaben und erleben zusätzlich eine individuelle Förderung ihrer Fähigkeiten. Viele junge Menschen, die hier vorübergehend ein Zuhause finden, sind gerade dabei, ihren Weg ins Leben zu suchen. Oft wissen sein noch gar nicht, wohin dieser Weg sie führen wird, und entdecken erst allmählich, wo ihre Stärken, ihre Neigungen und ihre Talente liegen. Ihrem Selbstverständnis nach steht die Landgräfliche Stiftung für einen Ort, mit dem die Begriffe Heimat“ und „Sich-Wohlfühlen“, aber auch „Weiterentwicklung“, „Bildung“ und „individuelle Förderung“ verknüpft sind.

 Mit der Foto-Ausstellung „Blickfang“ hatte die Landgräfliche Stiftung von 1721 anlässlich ihres 300-jährigen Bestehens Arbeit und Alltag der Einrichtung dokumentieren wollen. Doch machte Corona auch diesem Vorhaben vorerst einen Strich durch die Rechnung – geplant ist nun, die Ausstellung im Mai kommenden Jahres zu eröffnen. Ein Foto-Essay der Künstlerin Juliane Kutter ist bereits Bestandteil des Buches: „Kindeswohl und Jugendhilfe in Geschichte und Gegenwart“, mit Beiträgen von Selina Andresen, Barbara Dölemeyer, Albrecht Graf von Kalnein und Gregor Maier, erschienen 2021 im Michael Imhof Verlag. Juliane Kutter wird auch zusammen mit den jungen Bewohner*innen in einem Workshop das Leben und den Alltag in der Einrichtung für das Projekt „Blickfang“ fotografisch dokumentieren.