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Unser Jahresbericht 2025 öffnet einen Blick auf die Vielfalt unserer Arbeit – und auf die Menschen, die sie mit Tatkraft, Kreativität und Überzeugung gestalten. Von innovativen Projekten über künstlerische Impulse bis hin zur Stärkung christlicher Werte: Wir fördern Begegnung, Dialog und gemeinsames Engagement. Und wir schaffen Räume, in denen Kirche und Gesellschaft miteinander ins Gespräch kommen und voneinander lernen. Ein herzlicher Dank an allen, die mit ihren Ideen und ihrer Unterstützung zum Gelingen beitragen.
BEISPIELE AUS DEM FÖRDERBEREICH WISSENSCHAFT



DIGITAL DREAMS. Dein Leben zwischen Deepfakes und Lieblingsapps

Im zweijährigen Rhythmus veranstalten wir das Symposium CAMPUS & CONFERENCE, ein Format für junge Menschen zwischen 16 und 22 Jahren. Zwei Tage lang befassen sich interessierte Schüler*innen, Auszubildende und Studierende mit einem aktuellen Thema und diskutieren mit Fachleuten darüber.

2025 widmete sich das Symposium den Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz. Über 60 junge Menschen kamen dabei mit Expert*innen ins Gespräch: Keynotes beleuchteten ethische Fragen von KI im Alltag und in der Arbeitswelt, ebenso wie gesellschaftliche Auswirkungen algorithmischer Entscheidungen. In Workshops und kreativen Formaten setzten sich die Teilnehmenden außerdem mit Themen wie „KI und Demokratie“„Digitale Bildung“ und „Kreativität mit KI-Tools“ auseinander. Ziel der Veranstaltung war es, reflektierte Haltungen zu Digitalisierung, Ethik und Zukunftsgestaltung zu entwickeln und gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen.

Ein Projekt der EKHN Stiftung in Zusammenarbeit mit der Evangelische Akademie Frankfurt. © Christof Jakob 



Klima & Biodiversität meets Kirche

Im November 2025 trafen sich rund 76 Konfirmand*innen aus sechs Kirchengemeinden zur dritten Konfi-Night im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt. Unter dem Motto „Klima & Biodiversität meets Kirche“ setzten sie sich mit der Bedeutung biologischer Vielfalt und der Verantwortung des Menschen für die Schöpfung auseinander. 

Anhand von Fragen zu Themen wie Meeres- und Klimaschutz, Rückkehr des Wolfes, Massentierhaltung, Insektenvielfalt in der Stadt, Rohstoffen für Smartphones oder der Idee, ausgestorbene Tiere „wiederzubeleben“, diskutierten die Jugendlichen in Kleingruppen mit Expert*innen des Museums naturwissenschaftliche Fakten ebenso wie Werte, Gerechtigkeit und christliche Schöpfungsverantwortung. 

Ihre Ergebnisse präsentierten die Gruppen anschließend im Plenum mit Plakaten, Schätzfragen und persönlichen Beispielen und erhielten theologische Impulse zur Verbindung von Glaube, Ethik und Umweltfragen. Den Abschluss bildete ein geführter Taschenlampen-Rundgang durch die Ausstellung, bei dem die Jugendlichen die zuvor behandelten Themen im Museum noch einmal vertiefen konnten. Die Konfi-Night zeigte eindrücklich, wie naturwissenschaftliche Bildung, kirchliche Jugendarbeit und Fragen nach einer zukunftsfähigen, gerechten Welt kreativ zusammenfinden können.

Eine Kooperation der EKHN Stiftung mit dem Senckenberg Naturmuseum Frankfurt und dem Pfarramt für Stadtkirchenarbeit Museumsufer Frankfurt. © Christof Jakob


BEISPIELE AUS DEM FÖRDERBEREICH KUNST



Der Morgen, der Abend und die Nacht

Das Projekt „Der Abend, der Morgen und die Nacht“ brachte von September bis Dezember eine Gruppe von Mädchen mit traumatisierenden Vorerfahrungen in einem Theaterprojekt zusammen. In Kooperation mit dem St. Elisabeth-Verein entwickelten sie mit einem Team von Künstlerinnen eigene Heldinnenfiguren, Fantasiewelten und Szenen und verwandelten ihre Texte in eine gemeinsame Theaterperformance mit Kostümen, Musik, Licht und Tanz. 

Entstanden ist die Geschichte eines fernen Planeten der Schwanenkönigin, der zum Zufluchtsort für all jene wird, die sich auf der Erde nicht zu Hause fühlen – bedroht von Milliardären, aber am Ende durch die Figuren der Mädchen in Richtung Verständigung und Frieden gewendet. Die Arbeit setzte bewusst auf einen geschützten, fehlerfreundlichen Raum, ritualisierte Treffen und niedrigschwellige Formen wie eingesprochene Texte statt auswendig gelernter Rollen, damit jede nach ihren Möglichkeiten sichtbar werden konnte. Der Abschluss fand am 13. Dezember 2025 in einer geschlossenen Aufführung statt – ein Abend, an dem die künstlerische und traumpädagogische Arbeit erfahrbar zusammenkamen.





Ein Projekt des Theaters neben dem Turm, Marburg. © Nadine Schrey

Ein Projekt von Artheon – Gesellschaft für Gegenwartskunst und Kirche e.V.    © Silviu Guiman

Performance „Für Morgen“  

Eigentlich ist es eine große Bronzefigur. Ein Engel vielleicht oder eine andere mysteriöse Gestalt, der es möglich ist, mit geschlossenen Augen kerzengerade in der Waagerechten zu schweben. Der Künstler Ernst Barlach hat das Werk 1927 für den Güstrower Dom erschaffen, als Ehrenmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen. 

Im Dezember gab es eine ungewöhnliche Möglichkeit, der Wirkung der berühmten Skulptur nachzuspüren: Die Künstlerin Finja Sander stellte sie mit ihrem Körper nach. In einem großen Geschirr hängend, regte Sander das Publikum dazu an, Erinnerungskultur von ihrer Starrheit zu befreien und als etwas Lebendiges zu begreifen. 

Gezeigt wurde die Performance in der Eingangshalle des IG-Farben-Hauses auf dem Campus Westend und ein weiteres Mal im Rahmen eines Gottesdienstes in der Epiphaniaskirche in Frankfurt. 



BEISPIELE AUS DEM FÖRDERBEREICH BILDUNG




ZEICHEN SETZEN 

Das Projekt „ZEICHEN SETZEN“ lud 2025 drei Grundschulklassen dazu ein, sich kreativ mit ihren eigenen Werten auseinanderzusetzen und diese in persönliche Symbole zu übersetzen. 

In jeweils zweitägigen Workshops im Klassenzimmer entdeckten die Kinder zunächst Zeichen und Symbole aus ihrer Alltagswelt und sprachen über Wünsche, Träume und das, was ihnen im Leben wichtig ist. 

Mit Unterstützung einer Designerin entwickelten sie daraus individuelle Bildzeichen, die ihren „inneren Kompass“ sichtbar machen und auf T-Shirts oder Taschen übertragen wurden. Der spielerische Zugang über Bewegungsspiele, Wahrnehmungsübungen und einfache Gestaltungstechniken stärkte nicht nur das Wertebewusstsein, sondern förderte auch Kreativität, Präsentationsfähigkeit und die Akzeptanz unterschiedlicher Lebenswelten in der Gruppe.

Eine Kooperation mit der Stiftung Deutsches Design Museum. © Stiftung Deutsches Design Museum



3-2-1: Orgel! Orgelfestival für Kinder und Jugendlichen  

Drei Tage voller Musik, Kreativität und Austausch: Das bundesweit erste Orgelfestival in Mainz brachte Orgel spielende Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 15 Jahren miteinander in Kontakt. 

In den Sommerferien wurden Workshops, Einzelunterricht, Konzerte und Aktionen rund um den Orgelbau geboten, darüber hinaus gab es ein buntes Rahmenprogramm mit Schnupperstunden, Bau von Schokoladen-Orgeln und vielem mehr. 

Ziel des Festivals war es, die Begeisterung für die Orgel zu fördern und junge Menschen nachhaltig zum Musizieren zu motivieren. Damit wurde die Orgel als Instrument stärker in den Fokus der Gesellschaft gerückt und ihr Bekanntheitsgrad bei Kindern, Eltern und Lehrenden erhöht.

Ein Projekt des Collegium Musicum der Johannes-Gutenberg Universität Mainz





BEISPIELE AUS DEM FÖRDERBEREICH POLITIK



Christfluencer*innen und antidemokratisches Weltbild

Die Fachkonferenz „Extreme christliche Influencer und ihre antidemokratischen Weltbilder als Gefahr für die Demokratie“ sensibilisierte mehr als 70 Teilnehmende für die zunehmende Einflussnahme rechtspopulistischer und antidemokratischer Strömungen in christlichen Milieus, insbesondere über Social Media. 

In Keynotes, Workshops und einer Podiumsdiskussion wurden ästhetische Strategien, Inhalte und Netzwerke christlicher Influencer*innen analysiert sowie pädagogische Handlungsstrategien für Schule, Kirchengemeinden und Jugendarbeit vermittelt, um demokratische Haltungen zu stärken und demokratiefeindlichen Positionen kompetent begegnen zu können. 

Der Fachtag richtete sich an Religionspädagog*innen, an haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende in der kirchlichen Jugendarbeit sowie an pädagogische Fachkräfte anderer Bildungs- und Beratungseinrichtungen.

Eine Kooperation der EKHN Stiftung mit der Bildungsstätte Anne Frank und der Evangelischen Akademie Frankfurt.





80 Jahre Hiroshima und Nagasaki

In Darmstadt wurde in diesem Jahr mit einer vielseitigen Veranstaltungsreihe an den 80. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erinnert. 

Das Projekt erreichte mit Ausstellungen, Führungen und Diskussionsveranstaltungen eine breite Öffentlichkeit. Auf dem zentralen Luisenplatz zogen großformatige Informationskuben mit Fotos, Zeichnungen und Texten zum Thema viele Passantinnen und Passanten an. 

Auch eine Ausstellung im Justus-Liebig-Haus stieß auf großes Interesse. Schulklassen wurden professionell durch die Schau geführt. Führungen durch den Atomschutzbunker am Karolinenplatz machten die lokale Geschichte eindrücklich erfahrbar. Im Kino lief eine Filmreihe mit Klassikern wie The Day After und Wenn der Wind weht, gefolgt von einem Gespräch mit Yu Kajikawa von Sayonara Nukes. 

Ergänzt wurde das Programm durch eine Vortragsreihe an der TU Darmstadt unter dem Titel „Hiroshima und die Verantwortung der Wissenschaft“ sowie ein Abschlusspodium zur Frage „Braucht Deutschland Atomwaffen?“.  

Ein Projekt des  Evangelischen Dekanats Darmstadt.

BEISPIELE AUS DEM FÖRDERBEREICH MUSIK



Schatten der Vergangenheit - Das Musical

Das Musicalprojekt „Schatten der Vergangenheit“ verband künstlerische Arbeit mit historisch-politischer Bildung und Erinnerungskultur an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren. In vier Aufführungen im November wurden Themen wie Krieg und Frieden, Schuld und Versöhnung in einer zeitgemäßen Inszenierung musikalisch, szenisch und choreografisch auf hohem Niveau umgesetzt und lösten intensive Gespräche bei Jugendlichen und Erwachsenen aus. Ein begleitendes Rahmenprogramm mit Stadtführung zur NS- und Nachkriegsgeschichte Darmstadts, Zeitzeug*innengespräch sowie Workshops für die Mitwirkenden vertiefte das Verständnis der Jugendlichen und stärkte ihre persönliche und künstlerische Entwicklung. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie kirchliche Kinder- und Jugendarbeit künstlerische Förderung, Demokratiebildung und lokale Erinnerungskultur miteinander verbinden kann.

Ein Projekt der Darmstädter Singschule und der Jugendkantorei an der Evangelischen Stadtkirche Darmstadt.  © Adrian Noltemeier







Konzertante Aufführungen von Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ 

Im Rahmen des Projekts „Eine Stadt – ein Projekt“ erlebte das Publikum im September in der Erlöserkirche Bad Homburg eine außergewöhnliche konzertante Aufführung von Richard Wagners Tannhäuser. Unter der musikalischen Leitung von Kantorin Prof. Susanne Rohn gestaltete das Orchestre L’arpa festante auf historischen Instrumenten einen eindrucksvoll differenzierten und emotionalen Wagner-Klang – von den feierlichen Pilgermotiven bis zur sinnlichen Atmosphäre des Venusbergs. Neben renommierten Solist*innen beeindruckten die drei Chöre – der Bach-Chor der Erlöserkirche, der Kammerchor Bad Homburg und der Jugendchor Hochtaunus – mit großer Klangfülle und Präzision. Die Aufführung wurde an zwei Abenden präsentiert.

Ein Projekt des Bachchors der Erlöserkirchengemeinde Bad Homburg.        

© Susanne Rohn


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