Die letzte Station

26. Oktober 2020

Zum Casting gehörte dieses Mal auch ein Corona-Test. Alle, die an dem Kurzfilm-Projekt „Klabautermann“ mitgewirkt haben, mussten sich vor Drehbeginn auf COVID-19 testen lassen. Das ist nicht das einzig Ungewöhnliche an diesem Film. Für Schauspielerin Anke Sevenich bedeutet „Klabautermann“ vor allem, das erste Mal selbst Regie zu führen. Das Drehbuch hat sie ebenfalls geschrieben, und Produzentin ist sie auch selbst. Ihre große Erfahrung aus etlichen Fernseh- und Theaterrollen hat ihr bei dieser neuen Herausforderung natürlich geholfen.

Gedreht wurde Anfang Juli 2020 in der Ferienstätte Dorfweil in Schmitten (Taunus). In nur wenigen Tagen war „Klabautermann“ im Kasten, im Herbst soll der Kurzfilm dann geschnitten und auf Festivals gezeigt werden.

Das Thema ist brisant und wird nur allzu gerne verschwiegen: „Klabautermann“ handelt von der letzten Lebensphase und dem Nahen des Todes – und vom Alltag in einer Pflegeeinrichtung, der vor allem von Kosten- und Zeitdruck bestimmt ist und Bewohnern wie Pflegekräften wenig Raum lässt für einen persönlichen und von Respekt und Würde geprägten Umgang miteinander. Anke Sevenich stellt zwei Rebellen in den Mittelpunkt der Handlung, die gegen die Entfremdung und Demütigungen im Heim rebellieren: Eugen, gespielt von Heiner Hardt, der sich ein anderes Lebensende wünscht, und die junge Pflegehelferin Miranda (Emma Bading). So verdienstvoll ihr Engagement im Job ist, so gering ist trotzdem ihr Verdienst: Schichtdienst, Überlastung, Niedriglohn – kein Wunder, dass kaum noch jemand in der Altenpflege arbeiten will. Von der Gesellschaft vergessen sind sie beide: Nicht nur die Pflegebedürftigen selbst, sondern auch die, die sie betreuen.  Man darf gespannt sein, was Anke Sevenich aus diesem Stoff gemacht hat.

Gefördert wurde „Klabautermann“ von der HessenFilm und Medien GmbH und der EKHN Stiftung. Länge des Kurzfilms: Etwa 15 Minuten.