Kain & Claire

16. November 2018

„Wir sind der Überzeugung, dass wir uns die alten Geschichten immer wieder neu erzählen müssen. Nur so können wir uns den unlösbaren Fragen nähern.“ So begründen Lisa Charlotte Friederich und Rike Huy die Auswahl des Stoffes für ihren Film „LIVE“, zu dem derzeit die Dreharbeiten laufen.

Kain und Abel, die mehrere tausend Jahre alte Geschichte eines tödlichen Brüderzwistes, eine psychologische Fallstudie über die negativen Gefühle von Neid, eigener Minderwertigkeit und Zurückweisung, diente ihnen als Vorlage für ihren Plot.

„LIVE“ übersetzt den biblischen Mythos über die zweite Generation nach der Schöpfung in eine beängstigende Dystopie, in eine künftige Zeit, in der die Bedrohung durch Terror so allgegenwärtig geworden ist, dass es keine öffentlichen Verkehrsmittel, keine Konzerte, Theater und Bars mehr gibt, weil jede Ansammlung von Menschen sofort zu einem Anschlagsziel werden könnte. Claire, die Hauptfigur, arbeitet als Psychologin und ist spezialisiert auf die Behandlung von Anschlagsopfern direkt nach dem Anschlag. Bei einem ihrer Einsätze findet sie neben einem Überlebenden eine Eintrittskarte, einen einfachen Zettel aus Papier, der für sie zum Auslöser für den Ausbruch aus ihrem bisherigen Leben wird. Claire macht sich auf den Weg, um anderen wieder nah sein zu können. Ihr Weg führt als erstes zu ihrem Bruder Aurel, einem Star-Trompeter, der seit Jahren nur vor einem virtuellen Publikum spielt.

Ein Film über die Zukunft, über Terror und über Musik und darüber, wozu Menschen fähig sind, wenn ihnen Liebe und Anerkennung verwehrt bleiben.