Gespräch unter Gottheiten

07. Oktober 2022

In dem zeitgenössischen Werk findet eine der wichtigsten aktuellen Fragen ihren künstlerischen Ausdruck: Wie lässt sich der Klimawandel aufhalten und wie können die Ressourcen unseres Planeten unter der Weltbevölkerung gerecht aufgeteilt werden?

Librettist Eric Giebel inszeniert in „Der fallende Prometheus“ einen fiktiven Dialog zwischen Prometheus und seinem Bruder Epimetheus, der Göttin und Geliebten des Zeus, Io, dem Gott der jüdisch-christlichen Bibel, dem Heiligen Geist und Jesus.

Immer schon galt Prometheus als der Urheber aller menschlichen Zivilisation. Indem der Titan Zeus das Feuer stahl und es den Menschen gab, befähigte er diese dazu, die Natur zu beherrschen und letztlich auch auszubeuten. Die Tat des Prometheus – Frevel gegen göttliches Gebot oder Emanzipation des Menschen aus göttlicher Bevormundung?

Was tat die Menschheit mit dem Geschenk des Prometheus? Sie versuchte, den Traum, allen Erdenbewohnern ein auskömmliches Leben zu ermöglichen, in die Tat umzusetzen. Ohne Feuer kein Fortschritt. Aber: Die fossilen Brennstoffe, die Jahrhunderte lang als Energielieferanten genutzt wurde, sind nahezu verbraucht. Ihre Verbrennung hat am Ende auch zu der gefährlichen Erderwärmung geführt, die wir als „Klimawandel“ bezeichnen und in deren Folge Gletscher und Polkappen schmelzen, Wasserpegel steigen und sich immer radikalere Wetterszenarien ereignen. Hat sich der Mensch, als er sich kraft des Feuers gottähnlich zum Beherrscher über die Erde erhob, dieser Aufgabe und Macht nicht gewachsen gezeigt? Besitzt er nun die Fähigkeit zur Umkehr, um die Schöpfung zu retten?

Das dramatische Spannungsfeld zwischen Fortschrittsglauben, Aufklärung, Humanismus und Gottvertrauen wird musikalisch umgesetzt in eine Komposition für Soli, Chor, kleines Instrumentalensemble samt Blechtöpfen, Windmaschine, Voicechanger und Metronom.  

Ausführende sind:

  • "Prometheus": David Pichlmaier (Bariton) "
  • Epimetheus": Jongwoo Park (Bariton)
  • "Io": Irmhild Wicking (Mezzo)
  • "Gott": Ayano Dozono (Sopran) & Florian Conze (Bass)
  • "Jesus": Andreas Wagner (Tenor)
  • "Heiliger Geist": Coroncina Paulina (gemischter Chor)
  • Südhessisches Kammerensemble (Instrumentalsolisten)
  • Finn Krug (Orgel)
  • Leitung: Wolfgang Kleber